Lebensweise der Honigbiene
Insekten gibt es schon seit ca. 60 Millionen Jahren.
Der Vorläufer unserer Honigbiene war die Grabwespe mit einer Legeröhre, die sich später zum Stachel umgebildet hat. Vor ca. 45 Millionen Jahren begann die Gruppe der Hautflügler mit einer Staatenbildung. Seit ca. 30 Millionen Jahren gibt es unsere Honigbiene, so wie sie heute vorkommt.
Zu der Gruppe der Hautflügler gehören die Bienen, die Hummeln, die Wespen und Hornissen und die Ameisen. Eine Ausnahme bilden die Termiten, auch weiße Ameisen genannt, die als einziges Staaten bildendes Insekt nicht zu den Hautflüglern gehören. Sie gehören zur Gruppe der Schaben.
Wir unterscheiden:
- Fleischfresser - Wespen und Hornissen, diese ernähren ihre Brut mit tierischem Eiweiß (Fleischsaft),
- Pflanzenfresser - Hummeln und Bienen, diese ernähren ihre Brut mit pflanzlichen Eiweiß (Blütenstaub),
- Allesfresser - die Ameisen.
Die Honigbiene ist das einzige Insekt, dass, von der Gruppe der Staatenbildenden Hautflüglern, aktiv überwintert. Sie gehört wie die Ameise zu den Ganzjahresstaatenbildnern. Jedoch überwintert ein Ameisenstaat in einer Art Winterstarre, das heißt: die Stoffwechselfunktionen werden auf ein Minimum heruntergefahren. Bei den Hummeln, Wespen und Hornissen, die nur Sommerstaatenbildner sind, überwintern nur die begatteten Königinnen ebenfalls in einer Winterstarre.
Doch können diese Königinnen noch alle Arbeiten wie Nestbau, Nahrungssuche und Brutpflege ohne Arbeiterinnen verrichten. Das kann eine Honigbienenkönigin nicht mehr, denn bei den Honigbienen hat sich die vollständige Kastenbildung entwickelt.
Das heißt: Im Bienenvolk gibt es verschiedene Individuen, die nach ihrem Körperbau verschiedene Arbeiten verrichten. Damit das Bienenvolk aktiv überwintern kann, bedarf es einer Vorratswirtschaft, die durch das Nektar- und Honigtausammeln und die Einlagerung des Winterfutters in mehreren vertikal angeordneten Waben mit horizontalen Wachszellen gewährleistet wird.
Wenn wir uns den Lebenszyklus eines Bienevolkes etwas näher betrachten, so stellen wir fest, dass er ganz auf die klimatischen Veränderungen des Jahresablaufes abgestimmt ist. Das Bienenvolk unterliegt einem Reiz-Regel-Zyklus.
- Der Witterungsverlauf, wobei die Volksstärke als Puffer wirkt. Um so stärker das Volk, um so größer ist die Pufferwirkung.
- Das Gesetz des Minimums - die Brutmenge richtet sich nach dem Minimum eines Lebensgrundstoffes, wie Futter, Pollen, Wasser aber auch nach der Menge der zur Verfügung stehenden Leerzellen und der vorhandenen Bienenmasse.
- Angeborene Verhaltensweisen, wie den Brutzyklus, Winterfestigkeit und eine natürliche Krankheitsresistenz.
- Züchterisch ausgelesene Verhaltensweisen, wie Sanftmut, Wabenstetigkeit, Schwarmträgheit und Krankheitsresistenzen z.B. Kalkbrut, Nosema, Schwarzsucht usw.